Ich finde es ziemlich spannend, wie hier über einen einzigen Satz, genauer gesagt, über ein einziges Wort diskutiert wird. Das führt mir wieder mal vor Augen, wie spannend Mafia I war, wie sehr ich da emotional drinsteckte und wie sehr mich die Story mitgerissen hat.
Es gibt so viele Möglichkeiten, warum er mit "ja" geantwortet hat. Um das ganze mal weiter zu treiben: Manchmal, wenn ich müde arbeite (hinter'm Thresen), dann bin ich quasi im "Leerlauf" und reagiere nur, übe also bekannte Handlungsabläufe aus und denke nicht viel nach. Wenn nun ein Gast von mir Getränk X will, das es aber nicht bei mir, sondern an Bar Y gibt, reagiere ich trotzdem reflexartig auf die Forderung des Gastes. Sprich: Jemand kommt an und bestellt IRGENDWAS und ich reagiere eben, wie ich es immer mache. Dann hat es schonmal ne Sekunde gedauert, so dass ich schon fast nach dem Getränk greifen wollte, bis mir wieder bewusst geworden ist, dass ich an meiner Bar Getränk X gar nicht habe. Da habe ich aber schon längst "Gerne" oder so gesagt.
Das ist jetzt nur ein Beispiel, doch erwiesenermaßen reagieren wir viel mehr auf nonverbale Mittelungen als auf sprachlich-semantischen Inhalt, im Falle meines Beispiels eben auf das tausendmal gehörte Muster "Gast: [bestellt X]" oder wie im Falle Tommy "[wird angesprochen]".
Sprich, ob jetzt jemand ankommt, wenn du vor deinem Haus Rosen gießt und sagt "Mr. [echter Name]", "Mr. [falscher Name]", "Entschuldigung?" oder einfach "Bummsfallera?", die reflexartige Reaktion ist meistens "Ja?".
Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Jorge« (29. August 2010, 11:05)